Social Media Manager – Recht und Social Media
Social Media Management Recht

Social Media Manager – Recht und Social Media

Was ist Social Media Management?

Es gibt viele Definitionen was Social Media ist und was nicht. Bei Social Media handelt es sich um internetbasierte Kommunikationskanäle. Die Verwendung von internetbasierten Massenkommunikationsmedien zu Werbezwecken hat Vorteile: 

  • Kostengünstig oder gratis – das Erstellen eines Accounts ist meist kostenlos.
  • jedes Mitglied des sozialen Netzwerks kann dich bequem vom Handy aus finden.
  • Posts können immer geschaltet werden.

Klassische Kommunikationsmedien – Printmedien, Radio, Fernsehen – ist meistens teurer und selektiver:

  • Nicht jeder hört Radio.
  • Jede Zeitung hat nur eine Seite 1.
  • Inserate sind recht teuer.

Es ist also relativ unkompliziert im Web präsent zu sein und man erreicht die potentielle Follower schnell und unkompliziert. Viele Unternehmen und Privatpersonen sind auf Social Media Kanälen vertreten und kommunizieren über Twitter, Facebook & Co miteinander. Nutzer kommentieren das Weltgeschehen, teilen Urlaubsfotos, geben Statusmeldungen. Unternehmen können zu Challenges aufrufen oder über neue Produkte und Wettbewerbe informieren.

Social Media Management ist die Tätigkeit sich um die Marketingaktivitäten in den sozialen Netzwerken eines Unternehmens zu kümmern: also bloggen, posten, sharen und Mitglieder des sozialen Netzwerks in Follower zu verwandeln.

Wie werde ich Social Media Manager?

Es gibt derzeit keine reglementierte Ausbildung, also wie die Ausbildung zum Arzt oder Anwalt. Auch handelt es sich beim Social Media Manager (SM Manager) oder Community Manager um keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder kann als SM Manager tätig sein. Vieles ist im Social Media Bereich learning by doing, man muss kein Digital Native sein. Jedoch schadet es nicht eine gewisse Affinität zum Internet zu haben und sich in den sozialen Netzwerken auszukennen. Eine Kampagne kann etwa auf Facebook durchaus Erfolg haben, während sie auf einem anderen sozialen Netzwerk nicht zündet. Mit einem Tweet kann man einen wahren Run auf ein neues Game auslösen.

Oftmals wird SM Management im Rahmen einer Werbeagentur angeboten, da Marketingkenntnisse hilfreich sein können.  Das Tätigkeitsbild eines Social Media Managers ist nicht in Stein gemeißelt. Je nach den gewünschten Anforderungen des Auftraggebers kann er für den Content verantwortlich sein bis hin zur Bearbeitung von Bildern und dem Schneiden von Videos. Manchmal ist mit der Tätigkeit eines SM Managers ein ganzes Team betraut, mitunter sind es auch Einzelpersonen, die entweder fix angestellt oder projektmäßig mit der Verwaltung der Social Media Kanäle beauftragt werden.

Branchentechnisch haben sich auch bereits verschiedene SM Manager Arten herausgebildet etwa wie: Games, Lifestyle-Produkte, Mode, Autos, Technologie, Industrie. Jede Branche tickt eben anders und für jede Branche gibt es verschiedene Vorschriften wie Marketingbotschaften kommuniziert werden dürfen und was definitiv verboten ist, wie etwa im Medizinproduktebereich. Möchte man sich keinen Ärger mit den Behörden und den Marktteilnehmern haben, empfiehlt es sich als SM Manager diesbezüglich zu informieren.

Mindestkriterien für die Arbeit

Gesetzliche Mindestkriterien gibt es (noch) nicht. Je besser man sich im Netz aber auskennt, desto besser ist es natürlich. Neben technischen Skills – Bildbearbeitung etc –  wird es auf die jeweilige Branche ankommen: arbeitet ihr etwa für einen Gamedeveloper, dann wird es nicht schaden, wenn ihr selber Zocker seid bzw keine Berührungsängste mit der Szene habt. Ist die Zielgruppe  bis 25 Jahre alt, hipp und musikbewußt, wird sich der Auftraggeber vermehrt an einen SM Manager wenden, der in etwa das gleiche Alter wie seine Zielgruppe hat, da er/sie die gleiche Sprache wie die Zielgruppe eher verwenden wird. Jedoch bestätigen hier immer wieder die Ausnahmen die Regel.

Wichtig ist Kreativität bei diesem Job. Eine Vision zu haben ist das eine. Diese dann auch umzusetzen, ist etwas anderes. Das Zauberwort lautet Kommunikation. Ihr seid also das Kommunikator eures Auftraggebers. Sofern nicht jemand anderes mit dem Content beauftragt worden ist, wirst du auch für den Inhalt zuständig sein. Was möchte also das Unternehmen wem wie kommunizieren.

Ein richtiger Netzwerkjunkie läßt sich niemals unterkriegen. Der Vogue-Account kann sich vor deinem Insta-Account verstecken, deine Videos sind netflixwürdig und auf Social Media wirst du für deine Beiträge gefeiert. Täglich entstehen im Internet neue Plattformen: einige gibt es nicht mehr, andere werden bis heute benutzt. Wichtig ist es, dass du ein richtiger Netzwerkjunkie bist, der sich immer umhört, welche Social Media Plattform bei wem gerade angesagt ist. Das wird für deinen Auftraggeber wichtig sein, da er auf dich angewiesen ist, da du ihn dafür begeistern musst ev einen nicht mehr gehenden Account zu schließen oder einen neuen Account anzulegen.

Zusammenfassend sollte ein SM Manager folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Technikaffin
  • Kreativ
  • Netzwerkjunkie

Was muss ich als Social Media Manager beachten?

Neben den Clickraten, Anzahl an neuen Followern, Wegfall von Abos, hat der SM Manager viele weitere Entwicklungen im Netz konstant zu überwachen. Mitunter wird er selber Analysetätigkeiten ausüben und ein wöchentliches Update seinem Auftraggeber über Followerzahlen geben. Er wird oftmals bei der Erarbeitung von Marketingstrategien miteinbezogen werden, denn er kennt sich mit den neuen Netzentwicklungen und dem Netzjargon aus. Er wird neue Hashtags entwerfen oder auch mögliche Blogger kontaktieren, die über ein Produkt in ihrem Blog vorstellen können. Mitunter wird auch dem SM Manager die Erlaubnis erteilt werden auf Kommentare zu antworten, da die Microbloggen oftmals nur eine kurze Zeit für Antworten erlaubt.

Auch wenn die Internetwelt laut, bunt und fröhlich ist, so ist sie kein rechtsfreier Raum. Ein flockiger Kommentar kann mitunter schon eine Ehrenbeleidigung darstellen. Das unaufgeforderte Zuschicken von Werbung an Mitglieder des sozialen Netzwerks kann bereits schon wettbewerbswidrig sein. Der SM Manager muss rechtsfit zu sein, da er einige gesetzliche Regelungen kennen sollte; so wird es nicht schaden, wenn er die wichtigsten Regelungen des Datenschutzrecht kennt.

Welche Verträge benötige ich als Social Media Manager?

Bevor du als SM Manager startest, wirst du einen Vertrag mit deinem Auftraggeber abschließen. Es stellt sich primär die Frage, in welcher Form du tätig sein wirst:

  • Werkvertrag/werkvertragsähnlich
  • Arbeitsvertrag

Wirst du mittels Werkvertrags tätig, wirst du dir hier komplett frei sein, was deine Rechte und Pflichten betreffen. Vorsicht musst du haben, was du genau versprichst zu erbringen. Die Materie ist noch relativ jung – die Grenzen von Social Media sind vielen noch nicht bewußt – man sollte hier aufpassen was man verspricht. Manchmal macht man sich Sachen aus, die sich zwar super anhören, aber dann rechtlich und/oder faktisch nicht zulässig sind.

Dein Auftraggeber will dich fix in sein Unternehmen holen und bietet dir einen Arbeitsvertrag an. Es kommt jetzt darauf an, ob es schon einen Kollektivvertrag gibt, der die wesentlichen Eckpunkte regelt. Denkbar ist etwa der KOLLEKTIVVERTRAG für Angestellte in Betrieben der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien (hier).

Wenn nicht, dann bist du in der beneidenswerten Lage dir dein Gehalt frei auszuhandeln. Ihr beide solltet darauf achten einen fairen Vertrag auszuhandeln, weil es sonst meist Ärger im Nachhinein gibt. Ein fairer Vertrag erhält ein langfristiges Arbeitsklima und Social Media ist ein Eckpfeiler des Unternehmens.

Social Media Manager und die Follower

Follower sind so etwas wie die Fans eines Social Media Profils. Durch ihre Aktivitäten – etwa Sharen, Liken, Kommentieren – sorgen sie für Traffic und sind gleichzeitig auch so etwas wie Markenbotschafter eines Kanals. Aktive Follower sorgen mit ihren Fragen und Kommentaren für Spannung und Unterhaltung und zeigen durch ihre Präsenz, dass sie den Kanal interessant und spannend finden. Im optimalen Fall löst ein Tweet einen wahren Candysturm aus. In negativer Hinsicht kann natürlich auch das Gegenteil passieren: ein veritabler Shitstorm bei dem letztlich der SM Manager – als Fels in der Brandung – einen kühlen Kopf bewahren muss und auch seinen Auftraggeber so schnell als möglich davon informieren sollte um weitere Schritte zu besprechen, da neben einem Imageschaden auch rechtliche Konsequenzen für den Auftraggeber und Social Media Manager haben kann.

Muss ich dem Social Media Manager alle meine Passwörter zu meinen Social Media Kanälen geben?

Passwörter herzugeben ist meist ungut. Jeder ist auch gut beraten das Zugangspasswort zum eigenen Bankkonto nicht herzugeben. Generell ist eine Passwortweitergabe an den SM Manager nicht empfehlenswert. Es gibt mittlerweile verschiedene Tools mit denen Social Media Kanäle gemanaged werden können und mit denen man dem SM Manager einen Zugang zu seinem Kanal ermöglichen kann ohne, dass man ein Passwort verraten muss. Anzuraten ist diesbezüglich vertragliche Regelungen und Haftungsausschlüsse zu vereinbaren, damit im Schadensfall – etwa bei einem vermeidbaren Shitform oder Datenleak – nachzuvollziehen ist, wer für welche Handlung verantwortlich ist.

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